Chemikalien vs. Impotenz

Chemikalien, die den menschlichen Hormonhaushalt beeinflussen, sind in den vergangenen Jahren zu wahren Gespenstern in der Medienlandschaft geworden. Immer wieder geht die Angst um, dass unser vermeintlich ungesunder Lebensstil zu Entwicklungsstörungen und zu Impotenz führen könne. Beispiele dafür sind Weichmacher in Plastikflaschen, die über das enthaltene Wasser aufgenommen werden, und Pestizide, die auf Obst und Gemüse gesprüht werden.

Man spricht hierbei von einer sogenannten „endokrinen Disruption„. Der Begriff bezeichnet den Einfluss von Fremdstoffen auf den Hormonhaushalt von Lebewesen. Dabei stellt sich die Frage, ob unser alltäglicher Konsum tatsächlich dazu führt, dass wir impotent werden und ungesund leben.

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Natürliche Reaktion oder was Ernstes?

Der menschliche Organismus ist täglich tausenden von Umweltreizen ausgesetzt, die das Hormonsystem beeinflussen. Wenn wir abends das Licht ausschalten, wird beispielsweise das Hormon Melatonin ausgeschüttet, das den Tag-Nacht-Rhythmus regelt, wenn wir einen geliebten Menschen sehen, werden Glücks- und Kuschelhormone ausgeschüttet und selbst beim Anblick von Lebensmitteln läuft uns wortwörtlich das Wasser im Munde zusammen, was ebenfalls mit dem Hormonhaushalt zu tun hat. 

Oftmals sprechen Experten von Störungen, weil Zellkulturen unter Laborbedingungen auf bestimmte, ungeliebte Stoffe reagieren. Häufig ist dann bereits von einer Störung die Rede. Verschwiegen wird dabei, dass dieselben Zellkulturen auch auf andere Reize reagieren, die alles andere als ungesund sind.

Chemikalien und Zeugungsfähigkeit

Im Jahr 1992 nahm die Diskussion um Hormonantworten ihren Lauf, als eine dänische Studie veröffentlicht wurde. Diese Studie besagte, dass die Spermienanzahl der Männer weltweit in den letzten 50 Jahren immer weiter gesunken ist.

Man ging davon aus, dass die sinkende Spermienanzahl mit dem Lebensstil zu tun hatte. Weichmache, Pestizide und andere Chemikalien hätten angeblich dafür gesorgt, dass die Männer von Jahr zu Jahr weiter in Richtung Impotenz abdriften.

Aber: Die zugrundeliegenden Daten bezogen sich auf die gesamte Weltbevölkerung. Länder der Dritten Welt und Industrienationen wurden dabei in einen Topf geworfen. Auch innerhalb sehr kleiner Länder waren die statistischen Unterschiede dabei enorm.

Es stellt sich dabei natürlich die Frage, wie repräsentativ eine solche Studie überhaupt ist.

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Reaktion von offizieller Seite

Um den Sinn oder Unsinn der Studie von 1992 nachzuweisen, ließ die dänische Regierung insgesamt 5.000 Rekruten der dänischen Armee über einen Zeitraum von 16 Jahren hinweg beobachten. Die Soldaten mussten Fragebögen bezüglich ihrer Gesundheit ausfüllen und immer wieder Samen- und Blutproben abgeben. Die Studie erfolge großangelegt, aufwendig und vor allem solide.

Das Ergebnis: Die Dänen werden von Jahr zu Jahr potenter. Das Ergebnis widerspricht der Studie von 1992 also vollständig.

Kann man der Studie trauen? 

Nun gibt es jedoch ein Problem: Der Irrglaube an hormonbeeinflussende Chemikalien kann nicht mehr so einfach aus den Köpfen der Menschen entfernt werden.

Viele Mütter flößen ihren Kindern beispielsweise große Mengen an Sojaeiweiß ein, da dieses pflanzlich und somit angeblich gesund sei. Dabei ist mittlerweile jedoch bekannt, dass Sojaeiweiß große Mengen an pflanzlichen Sexualhormonen enthält. Kinder nehmen somit teilweise Hormonkonzentrationen auf, die sich mit der Einnahme von bis zu fünf Antibabypillen vergleichen lassen – und das jeden Tag. Die Folge: Entwicklungsstörungen beim Kind – sowohl geistige als auch körperliche.

Sojaeiweiß ist hierbei natürlich ein extremes Beispiel. Dennoch sollte man sich über die Zusammenhänge Gedanken machen und überlegen, ob man wirklich auf den Konsum von Wasser aus Plastikflaschen verzichten sollte, dabei allerdings ungesunde Substanzen konsumiert, die von vermeintlich gesunden Pflanzen stammen.

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Asklepios Klinik Barmbek, Abteilung für Urologie
Rübenkamp 220
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by Torsten on Potenz Informationen

Weiß gar nicht ob ich das alles wissen will. Was wir im Alltag konsumieren und welchen Einfluss es auf unseren Körper hat...geht ja nicht nur um Erektionsprobleme. Habe aber Zweifel ob wir bereit sind auf bestimmte Sachen zu verzichten, auch wenn wir wissen wie negativ sie für uns selbst sind.