Was sind Kavaliersschmerzen?

Kavaliersschmerzen sind ein Phänomen, das vor allem bei jungen Männern verbreitet ist. Man bezeichnet damit ein Spannungsgefühl im Hoden, das sich im schlimmsten Fall in Form von Schmerzen äußert. Es gibt jedoch auch andere Bezeichnungen dafür wie Bräutigamschmerzen, Hodenkrampf oder blaue Hoden.

In der medizinischen Literatur ist diese Thematik noch wenig beleuchtet wurden. Oft hört man daher die Frage, ob Kavaliersschmerzen tatsächlich existieren.

Bereits im Jahr 2000 merkten die beiden US-amerikanischen Wissenschaftler Jonathan M.Chalett und Lewis T.Nerenberg in der renommierten Fachzeitschrift „Pediatrics“ an, dass es den Hodenkrampf aus medizinischer Sicht nicht gibt. 

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Welche Ursachen gibt es für Kavaliersschmerzen?

Grundsätzlich können Kavaliersschmerzen auf zwei Arten entstehen:

  1. Der Geschlechtsverkehr wird vor dem Orgasmus und somit vor der einhergehenden Ejakulation unterbrochen. Die Erektion verschwindet von alleine wieder, ohne dass ein Samenerguss erfolgt.
  2. Der Geschlechtsverkehr und somit die Erektion hält sehr lange an, bevor der abschließende Samenerguss erfolgt.

Beide Fälle haben gemeinsam, dass der Hoden über einen sehr langen Zeitraum hinweg unter „Spannung“ steht, bevor es zu einem Abklingen des Drucks kommt.

Die medizinischen Hintergründe

Bei sexueller Erregung fließt Blut in den Penis und in die Hoden, um die sexuelle Penetration überhaupt erst zu ermöglichen. Dabei werden die Arterien geweitet, die Venen werden hingegen verengt. Das ist übrigens auch der Ansatzpunkt vieler PDE-5-Hemmer, wie zum Beispiel beim Potenzmittel Viagra. Auf diese Weise fließt vermehrt Blut in den Penis hinein, kann aber nicht sofort wieder ablaufen. Dieser Vorgang wird als Vasokonstriktion bezeichnet. Der Hoden vergrößert sich dabei um bis zu 50 Prozent.

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Durch den Orgasmus bzw. die Ejakulation wird die Vasokonstriktion wieder rückgängig gemacht. Der Druck flaut ab, sodass das Blut aus dem Penis und dem Hoden entweichen kann. Das Spannungsgefühl lässt nach, sodass es zu keinen Schmerzen kommt.

Wenn der Geschlechtsverkehr allerdings unterbrochen wird, findet dieser Druckausgleich nicht statt. Das Blut verweilt eine ganze Weile länger im Hoden, sodass das Spannungsgefühl erhalten bleibt. Ist dies über einen längeren Zeitraum hinweg der Fall, kann sich das Spannungsgefühl in richtige Schmerzen verwandeln.

Das erklärt auch, warum es zu Kavaliersschmerzen kommen kann, wenn der Geschlechtsverkehr länger als gewöhnlich dauert.

Wie erfolgt eine Behandlung?

Die Behandlung von Kavaliersschmerzen erfolgt ganz einfach, indem ein Samenerguss herbeigeführt wird. Dabei spielt es natürlich keine Rolle, ob dieser mithilfe von Geschlechtsverkehr oder Selbstbefriedigung erfolgt. Nach dem Samenerguss dauert es im Normalfall nur wenige Minuten (in Ausnahmefällen auch mehrere Stunden) bis das Spannungsgefühl bzw. die Schmerzen im Hoden verschwinden.

Wenn die Kavaliersschmerzen nach langer Zeit immer noch spürbar sein sollten und einfach nicht verschwinden wollen, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Eine ärztliche Behandlung sollte bei Bräutigamschmerzen allerdings nur in extremen Ausnahmefällen notwendig sein. Vermutlich werden sie ohnehin durch gesundheitliche Probleme ausgelöst, die auf diese Weise diagnostiziert werden können.

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Asklepios Klinik Barmbek, Abteilung für Urologie
Rübenkamp 220
22291 Hamburg

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by L on Potenz Informationen
Danke

Vielen Dank das Sie sich dieses Themas angenommen haben. Vielen Männern ist gar nicht bewusst woher ihre Schmerzen kommen und gehen aus Scham nicht zum Arzt. Ich hoffe Ihr Beitrag hilft diesen Männern weiter.